Skurrile Hunde-Mumie: Vierbeiner steckte 20 Jahre im Baumstamm fest

Ein Holzfäller aus Georgia bekam vielleicht den Schreck seines Lebens: Beim Fällen eines Baumes entdeckte er plötzlich eine zähnefletschende Hunde-Mumie im Inneren des hohlen Stammes. Der Vierbeiner erzählt eine traurige Geschichte.

Skurrile Hunde-Mumie: Vierbeiner steckte 20 Jahre im Baumstamm fest, Stuckie, Georgia, Forest World Musem, Die Vergessene Bibliothek, Anastasia Michailova

Die Überreste dieses Hundes sind erstaunlich gut erhalten. Es scheint als würde er immer noch die Zähne fletschen und um sein Leben kämpfen. Bild: Newsweek

Nein, diese Mumie ist keine 2.000 Jahre alt und wurde auch nicht in einer ägyptischen Pyramide gefunden. „Stuckie“, wie er später passenderweise genannt wurde, ist ein Jagdhund, der wahrscheinlich bei der Verfolgung eines Tieres in einem Baumstamm stecken geblieben ist. Der Hund wurde in den 1980ern im hohlen Inneren einer Kastanie entdeckt, als Holzfäller der „Kraft Corporation“ den Baum zersägen und zu Mulch verarbeiten wollten. Die Krone des Baumes war bereits gefällt, als ein Arbeiter zufällig in den hohlen Stamm blickte und wahrscheinlich den Schreck seines Lebens bekam.

Vom Wald ins Museum

Anstatt den Baum wie geplant ins Sägewerk zu bringen, spendeten ihn die Holzfäller an das Baummuseum „Forest World“ in Waycross, Georgia. Dort wurde der steckengebliebene Hund schnell zur Hauptattraktion! Im Jahr 2002 wurde speziell für ihn ein Namenswettbewerb abgehalten. Er bekam den Namen „Stuckie“.

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„Stuckie“ wurde mit samt dem Baumstamm, in dem er stecken blieb, im Museum ausgestellt. Bild: Newsweek

20 Jahre lang im Baum gefangen

Es wird vermutet, dass der Hund wahrscheinlich ein Tier gejagt hatte. Er gelangte durch ein großes Loch in den massiven Wurzeln des großen Baumes in das hohle Innere und kletterte im Stamm fast neun Meter hoch, bevor er nahe der Baumkrone nicht mehr weiterkam und letztlich stecken blieb. Die Kastanie wurde nach oben hin immer schmaler und der Hund konnte sich irgendwann nicht mehr befreien. Laut Experten muss der Hundekadaver 20 Jahre lang im Baum gelegen haben. Der Unfall trug sich also in den 1960ern zu.

„Nun, er war ein Jagdhund. Vielleicht war er hinter einem Waschbären her. Armes altes Ding, er tut mir so leid.“

Brandy Stevenson, Managerin des Forest World Museums

Perfekt mumifiziert

Eine weitere sehr interessante Frage ist, wie der Hund mumifiziert wurde, anstatt zu verfaulen. Laut einer Pressemitteilung des Museums heißt es, dass hier der sogenannte „Kamineffekt“ dafür gesorgt hat, dass der Luftzug stets nach oben führte. Dadurch konnte der Geruch des toten Tieres Insekten und andere Organismen nicht anlocken. Der Hund blieb über zwei Jahrzehnte unversehrt. Zusätzlich bot das Innere des Baumes relativ trockene Bedingungen und die Gerbsäure der Kastanie tat ihr Übriges.

Tannin, wie die Gerbsäure im Genauen heißt, ist eine Substanz, die Feuchtigkeit aufnimmt und die sie umgebenden Materialien austrocknet. Da die Umgebung in der Stuckie gefangen war sehr feuchtigkeitsarm ist, kam es zu keiner mikrobiellen Aktivität. So blieb der Körper des Hundes die ganze Zeit über in einem bemerkenswert guten Zustand.

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Es bleibt nur zu erahnen wie grausam der Tod des Hundes tatsächlich gewesen ist. Bild: Medium

Heute lässt sich nicht mehr sagen, wem „Stuckie“ einst gehörte und ob sein Herrchen nach ihm suchte. Wir wünschen unseren Lesern an dieser Stelle, dass sie ihren Vierbeiner nicht nach 20 Jahren plötzlich als Mumie in einem Museum wiederfinden.


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