Nicolas Flamel – Es gab ihn tatsächlich!

Im ersten Teil der berühmten Harry Potter Romane wird ein mysteriöser Mann immer wieder erwähnt: Dem Alchemisten Nicolas Flamel gelang es den berüchtigen Stein der Weisen herzustellen und sein Leben beträchtlich zu verlängern. Doch von wem ließ sich Joanne K. Rowling zu dieser Person inspirieren?

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Nicolas Flamel, Bild: Wikimedia Commons

Heute sind sich die Historiker einig! Nicolas Flamel gab es tatsächlich und er hatte auch etwas mit Alchemie und dem Stein der Weisen zu tun. Nicolas Flamel wurde als Sohn jüdischer Eltern in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts, also zu Beginn des Spätmittelalters, in Pontoise (Frankreich) geboren. In der Geschichtsforschung wird vermutet, dass er mit über 80 Jahren in Paris verstarb, was für die damalige Zeit ein beachtliches Alter gewesen ist. Flamel war stets begeistert von Geschichte und Literatur. Eigentlich war er ein Durchschnittsmensch. Doch bereits zu Lebzeiten konnte man sich seinen erheblichen Wohlstand nicht erklären.

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Das ehemalige Wohnhaus der Familie Flamel von 1407, eines der ältesten Häuser in Paris „Auberge Nicolas Flamel, Rue de Montmorency 51“, Bild: Wikimedia Commons

Nach der offiziellen Theorie mussten Flamel und seine Eltern zum Katholizismus konvertieren. Daraufhin bekam Famel eine intensive Ausbildung bei den Benediktinermönchen, wo er als Kopist tätig gewesen war und alte wertvolle Schriften abgeschrieben hat. Flamel heiratete und eröffnete sogar eine eigene Werkstatt, in der er teure Manuskripte anfertigte. Im Jahre 1410 hat Flamel seinen eigenen Grabstein entworfen, welcher bis zum heutigen Tage im Museé national du Moyen Âge ausgestellt ist. Zudem wurde in Paris eine Straße nach ihm und seiner Frau Pernelle benannt.

Allerdings werden Flamel noch ganz andere Interessen und Tätigkeiten nachgesagt. Demnach habe er eigene Arbeiten zu alchemistischen Studien verfasst, welche erst 1612 in dem Buch „Livre des figures hiéroglypiques“ veröffentlicht wurden. Dieses Buch wurde später ins Englische und Deutsche übersetzt, wobei der Titel in: „Des berühmten Philosophi Nicolai Flamelli Chymische Werke“ geändert wurde. Ob diese alchemistischen Studien wirklich von Flamel persönlich angefertigt wurden, kann nicht bestätigt werden.

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Flamels selbst entworfener Grabstein, Bild: Wikimedia Commons

Es ranken sich seit jeher Mythen und Legenden um diesen Mann. So soll er angeblich als erster Alchemist imstande gewesen sein, unedle Metalle in reines Gold zu verwandeln. Zudem hätten er und seine Frau das Elixier des Lebens und den Stein der Weisen hergestellt, was die beiden folglich unsterblich gemacht haben soll. Gestützt wird dieser Mythos dadurch, dass Grabräuber die Gräber des Ehepaares leer vorgefunden hätten. Es kam das Gerücht auf, dass Flamel und seine Frau ihren Tod nur vorgetäuscht hätten und bis heute versteckt unter den Menschen leben.

Mittlerweile wurden dutzende Bücher über Flamel und seine alchemistische „Begabung“ geschrieben. Doch ob die Legenden um Flamel nur Legenden sind, weiß auch in der Gegenwart niemand mit Sicherheit zu beantworten. So bleibt alles eine schöne Geschichte.


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