Mann backt Brot mit 4.500 Jahre alten Heferesten aus ägyptischem Keramiktopf

Ein „Geschichts-Geek“ wagte ein aufregendes Experiment: Brotbacken mit uralten Heferesten aus ägyptischen Tontöpfen. Seine Follower auf Twitter konnten das Vorhaben Stück für Stück mitverfolgen und warteten mit Spannung auf das Endprodukt. Und dieses kann sich sehen lassen!

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Lust auf ägyptisches Brot wie vor 4.500 Jahren?, Bild: Seamus Blackley

Der US-Amerikaner Seamus Blackley ist eigentlich Videospieldesigner. Seine Vorliebe für Geschichte lässt den kreativen Mann jedoch unkonventionelle Wege gehen. So twitterte er, dass er eine Hefeprobe aus alten ägyptischen Brottöpfen erhalten habe. Diese Hefereste waren erstaunliche 4.500 Jahre alt. Er wollte nun ausprobieren, ob er damit noch erfolgreich Brot backen könne.

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Zuerst musste der alten Hefe wieder neues Leben eingehaucht werden.

Hefe ist äußerst langlebig

Voller Euphorie verkündete er: „Ja, Hefen können so lange überwintern. Ja, ich werde heute damit backen, mit Gerste und Emmer, wie es die alten Ägypter taten“. Blackley wollte unbedingt ausprobieren, wie man im Land der Pharaonen bereits vor 4.500 Jahren Brot gebacken hat. Genau zu diesem Zweck besorgte er sich die älteste verfügbare Weizensorte, das Einkorn, und mahlte das Getreide mit einer elektrischen Mühle, bei der nach altem Vorbild zwei Steinscheiben aufeinander reiben und Mehl erzeugen. Eigentlich fehlte nur noch das Nilwasser.

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Eine elektrische Mühle mit zwei Mahlsteinen.

Blackley „aktivierte“ die Hefe, um eine neue Hefekultur herzustellen. Diese Hefe vermischte er dann mit etwas Mehl und Olivenöl. Dann hieß es ‚Warten‘. Die miteinander vermischten Zutaten mussten ruhen, damit sich die Feuchtigkeit im Teig verteilen konnte und die Hefe anfing aufzugehen. Blackley fügte noch etwas Meersalz hinzu und streckte den Teig noch einige Male mit mehreren Ruhepausen dazwischen.

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Alle Zutaten werden miteinander vermischt.

Live auf Twitter

Als die langwierige Prozedur zu Ende war, teilte er den Teig auf und legte ihn in bemehlte Weidenkörbe, die der Brotform im alten Ägypten entsprachen. Zwischendurch unterhielt Blackley seine Twitter-Follower mit interessanten Brotfakten. Als der Teig aufgegangen war, wurde er in den Ofen geschoben und gleichmäßig gebacken. Zur Freude aller, die den Prozess im Internet verfolgt hatten, gelang das ungewöhnliche Experiment. Insgesamt konnte Blackley aus dem Teig gleich mehrere Brote herstellen.

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Der Teig ruht ein letztes Mal in bemehlten Weidekörben, um seine finale Form zu bekommen.

„An alle, die immer wieder fragen, wie es schmeckt: Es ist unglaublich weich, aber körperreich und hat einen sehr reichen, komplexen, beruhigenden Geschmack. Es ist, als käme man von einer langen Reise nach Hause. Es ist wirklich gut. Danke für die Anteilnahme und die Fragen. Ich bin wirklich erstaunt, dass sich alle so dafür interessieren!“

Seamus Blackley auf Twitter
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Das Ergebnis kann sich sehen lassen!

Allen, die ebenfalls Interesse an antiker Kulinarik haben und alte Rezepte ausprobieren möchten, können wir folgenden Literaturtipp geben: „Kochen durch die Epochen – Von der Steinzeit bis ins Mittelalter“ hier bei Amazon anschauen: