Leonardo da Vinci’s 570 Seiten langes Notizbuch jetzt digitalisiert und online

Ein Gemeinschaftsprojekt der British Library und Microsoft erweckt die Welt von Leonardo da Vinci für jedermann zum Leben.

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Eine Seite aus Leonardo da Vinci’s Notizbuch aus dem Jahr 1508 – An dieser Stelle hielt er seine Experimente mit verschiedenen Klängen und Tönen fest, Bild: British Library

Er malte die Mona Lisa, schrieb seine Notizen rückwärts, entwarf Brücken, Flugmaschinen und vieles mehr. Die meisten Menschen müssen keine Renaissance-Gelehrten sein, um interessante Details über Leonardo da Vinci in Erinnerung zu rufen. Doch es ist immer noch überraschend zu erfahren, was wir alles nicht über ihn wissen. Sein handgeschriebenes Notizbuch „Codex Arundel“ offenbart so manches Geheimnis und gewährt tiefe Einblicke in den Geist eines Universalgelehrten von vor 500 Jahren.

Die British Library hat das Werk nun vollständig digitalisiert und kostenlos online einsehbar gemacht. Parallel dazu gibt es zahlreiche Erläuterungen zum Text, damit auch wirklich jeder in die Gedanken von da Vinci eintauchen kann. Den Link zum Werk, sowie einen wirklich interessanten Literaturtipp, gibt es am Ende dieses Artikels.

Da Vinci war „veröffentlichungsfaul“

In „The Guardian“ heißt es, dass da Vinci’s Notizbuch „die lebendige Aufzeichnung eines universellen Geistes“ darstelle und der Gelehrte definitiv ein „Technophiler“ gewesen sei. Gleichzeitig „war er in Bezug auf Veröffentlichungen ein Idiot […] Er bemühte sich nicht, seine Notizen zu veröffentlichen“, so Redakteur Jonathan Jones. Da Vinci’s Notizen umfassen die verschiedensten Gedanken, von unglaublichen Erfindungen bis hin zu seiner Vorliebe für rosafarbene Strumpfhosen.

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Eine Seite aus Leonardo da Vinci’s Notizbuch aus dem Jahr 1517-18 – Gegen Ende seines Lebens interessierte er sich insbesondere für Architektur und hielt auf diesen Seiten Gedanken zur Bewegung des Wassers fest, Bild: British Library

Aufzeichnungen für Jahrhunderte verschollen

Leonardo verfasste im Laufe seines Lebens viele tausend Seiten an Notizen. Nach dem Tod des Universalgelehrten in Frankreich, brachte da Vinci’s Student Francesco Melzi viele seiner Manuskripte und Zeichnungen nach Italien zurück. Melzi’s Erben hatten jedoch keine Ahnung von dem was sie da in Händen hielten und entsorgen zahlreiche Dokumente nach und nach. Dennoch existieren heute noch über 5.000 Seiten von da Vinci’s handschriftlichen Aufzeichnungen in „Spiegelschrift“. In diesen hielt er seine Visionen von Flugzeugen, Hubschraubern, U-Booten und sogar Automobilen fest. Es sollte mehr als 300 Jahre dauern, bis viele seiner Ideen wieder aufgegriffen und verbessert wurden.

Ein Literaturprojekt haucht alten Texten neues Leben ein

Jahrhundertelang blieb diese riesige Sammlung an Wissen verborgen und war nur den verschwiegensten Sammlern bekannt. Im Jahr 2007 konnte jedoch endlich ein Teil von da Vinci’s Notizbüchern der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Die British Library startete dafür ein Gemeinschaftsprojekt mit Microsoft. Es trägt den Titel „Turning the Pages 2.0“ und ermöglicht es den Lesern im Internet eine Art digitales Buch mit Animationen „durchzublättern“.


Hier findest du eine Auswahl von Notizen mit zahlreichen kuriosen technischen Zeichnungen, Diagrammen und Schaltplänen inklusive Erläuterungen zum kryptischen Inhalt.

Hier kannst du den vollständigen 570 Seiten langen „Codex Arundel“ durchsehen.

Hier findest du eine „etwas bekömmlichere und lesbarere“ Menge von da Vinci’s Notizen in Form einer kurzen Serie der British Library über das Leben und Wirken des Gelehrten, einschließlich Erläuterungen zu seinem Tauchgerät, seinem Fallschirm und seinem Segelflugzeug.


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