„Fred“: 6.500 Jahre alter Steinzeitmann in Franken gefunden

Und schon wieder lässt die Steinzeit grüßen. Auf einem Acker in Kitzingen (Franken) wurde jüngst eine erstaunliche Entdeckung gemacht. Archäologen konnten die Überreste eines etwa 6.500 Jahre alten Mannes sicherstellen. „Fred“ tauften die Wissenschaftler diesen ‚Ur-Bayern‘.

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Der Archäologe Scott Tucker bei den Ausgrabungen, Bild: Daniel Karmann

Über viele Jahrtausende pflügten die Bauern der Region die Erde nur wenige Zentimeter über Freds Kopf hinweg. Umso erstaunlicher ist es, dass der Steinzeitmann so ausgesprochen gut erhalten ist. Im März 2019 war es dann endlich so weit: Fred wurde wiederentdeckt! Der Mann starb wahrscheinlich in einem Alter von 20-30 Jahren.

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Der Steinzeitmann wurde bewusst mit angewinkelten Beinen („Hockgrab“) bestattet, Bild: Daniel Karmann

Das Ende der Jäger und Sammler

Neben dem Körper wurden ein abgenutztes Steinbeil und Getreidesamen entdeckt. Diese Objekte dienten wahrscheinlich als Grabbeigabe. Funde aus der Jungsteinzeit (Mittelneolithikum) sind sehr selten. Vor etwa 6.500 Jahren begannen die Menschen der Region langsam sesshaft zu werden, sowie Pflanzen und Tiere zu kultivieren. Es war das Ende der Jäger und Sammler und der Beginn der bäuerlichen Kultur. Daher auch der Getreidefund im Grab.

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Eine Nahaufnahme des Skeletts, Bild: Daniel Karmann

Weitere Untersuchungen geplant

Nach der Bergung soll das Skelett nach München in das Anthropologische Institut gebracht werden. Dort werden genauere Untersuchungen stattfinden. Neben seinem genauen Alter können die Wissenschaftler dann auch ermitteln wie er gestorben ist, woher er kam und was er gegessen hat. Es bleibt also spannend!


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