Forscher finden den Ort, an dem „Jesus Wasser zu Wein verwandelt hat“

Eine neue Endeckung in Israel lässt Bibelforscher aufhorchen. Archäologen sind der Überzeugung den Ort des Weinwunders und Hinweise auf eine Kultstätte gefunden zu haben.

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Archäologen im antiken unterirdischen Tunnelnetz, das eine christliche Kultstätte gewesen zu sein scheint, Bild: Pen News

Jeder kennt die Geschichte: Während einer Hochzeit verwandelt Jesus von Nazareth Wasser zu Wein. Dieses Ereignis versetzt die Menschen um ihn herum in pures Staunen und bekräftigt seine göttliche Kraft. Doch was steckt wirklich hinter diesem Mythos?

Das Wunder wird vollbracht, als Jesus, seine Mutter und seine Jünger an einer Hochzeitsfeier in Kana (Galiläa) teilnehmen und der Wein ausgeht. Auf Jesu Geheiß füllen Diener die leeren Weinkrüge mit Wasser, woraufhin er diese in Wein verwandelt. Die Menschen sind begeistert und verneigen sich vor dieser Macht. Es handelt sich um eine zentrale Szene des christliches Mythos.

Nachfolgend der genaue Auszug aus dem Johannesevangelium:

Das erste Zeichen Jesu in Kana in Galiläa [Johannes 2]

1 Am dritten Tag fand in Kana in Galiläa eine Hochzeit statt und die Mutter Jesu war dabei.

2 Auch Jesus und seine Jünger waren zur Hochzeit eingeladen.

3 Als der Wein ausging, sagte die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben keinen Wein mehr.

4 Jesus erwiderte ihr: Was willst du von mir, Frau? Meine Stunde ist noch nicht gekommen.

5 Seine Mutter sagte zu den Dienern: Was er euch sagt, das tut!

6 Es standen dort sechs steinerne Wasserkrüge, wie es der Reinigungssitte der Juden entsprach; jeder fasste ungefähr hundert Liter.

7 Jesus sagte zu den Dienern: Füllt die Krüge mit Wasser! Und sie füllten sie bis zum Rand.

8 Er sagte zu ihnen: Schöpft jetzt und bringt es dem, der für das Festmahl verantwortlich ist! Sie brachten es ihm.

9 Dieser kostete das Wasser, das zu Wein geworden war. Er wusste nicht, woher der Wein kam; die Diener aber, die das Wasser geschöpft hatten, wussten es. Da ließ er den Bräutigam rufen

10 und sagte zu ihm: Jeder setzt zuerst den guten Wein vor und erst, wenn die Gäste zu viel getrunken haben, den weniger guten. Du jedoch hast den guten Wein bis jetzt aufbewahrt.

11 So tat Jesus sein erstes Zeichen, in Kana in Galiläa, und offenbarte seine Herrlichkeit und seine Jünger glaubten an ihn.

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„Die Hochzeit zu Kana“ von Paolo Veronese, 1562

Der genaue Ort, an dem sich dieses Mysterium vollzogen haben soll, war bisher ein großes Geheimnis. Bibelforscher vermuteten Kana in einer Ansammlung von Dörfern in Galiläa. Wirklich bestätigt wurde diese Vermutung jedoch nicht. Für zahlreiche Pilger war es Kafr Kana, ein Dorf im Norden Israels, an dem sich dieses wundersame Ereignis einst vollzogen haben soll.

Archäologen fanden jedoch neue Hinweise darauf, dass sich der mysteriöse Ort etwa 10 Kilometer nördlich von Kafr Kana befindet. Es handelt sich hierbei um das Dorf Khirbet Qana. Die Existenz dieses Dorfes ist von 323 v.Chr. bis 324 n.Chr. dokumentiert. Es handelt sich also tatsächlich um eine Siedlung aus biblischer Zeit.

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Khirbet Qana im heutigen Israel, Bild: Daily Mail

Was spricht für Khirbet Qana?

Die Archäologen stießen auf ein ausgeprägtes unterirdisches Tunnelnetz, welches mit hoher Wahrscheinlichkeit von Christen als Treffpunkt und Zeremonienort genutzt wurde. In diesen Tunneln fanden sich Kreuze und Verweise auf „Kyrie Iesou“, was auf Altgriechisch „Herr Jesus“ bedeutet. Ferner wurde ein Altar mit den Überresten eines Steingefäßes entdeckt. Es wurden sogar sechs weitere steinerne Krüge gefunden, welche denen aus der Bibel ähneln.

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Der Eingang in das Tunnelsystem, Bild: Pen News

Es scheint als hätten die Menschen nach dem Tode Jesu einen Weinkult an diesem Ort zelebriert. Es spricht also einiges dafür, dass dies der Ort gewesen sein kann, an dem das tatsächliche Weinwunder aus der Bibel einst stattgefunden hat. Später wurde er dann zu einer Kultstätte.

Dr. Tom McCollough, der leitende Archäologe dieses neuen Projektes, sieht hierin starke Indizien für den Ort des Weinwunders. Er weiß jedoch, dass es in der Archäologie ebenso wie in vielen anderen wissenschaftlichen Bereichen keine wirklichen „Beweise“ gibt. Es handelt sich lediglich um Indizien, die interpretiert werden und eine Theorie bekräftigen oder schwächen können.

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Christliche Symbolik, Bild: Pen News

„Wir haben einen großen christlichen Höhlenkomplex entdeckt, der von christlichen Pilgern genutzt wurde, um das Wasser-Wein-Wunder zu verehren. Dieser Komplex war ab dem späten fünften bzw. frühen sechsten Jahrhundert in Gebrauch und wurde von Pilgern in der Kreuzfahrerzeit des 12. Jahrhunderts weiter genutzt.“

„Die Pilgertexte aus dieser Zeit, die beschreiben, was die Pilger taten und sahen, als sie nach Kana in Galiläa kamen, stimmen sehr gut mit dem überein, was wir in diesem Verehrungs-Komplex entdeckt haben.“

„Der Hinweis auf Kana in Josephus, im Neuen Testament und in den rabbinischen Texten behauptet, das Dorf sei ein jüdisches Dorf in der Nähe des Sees von Galiläa und in der Region des unteren Galiläa. Khirbet Qana erfüllt alle diese Kriterien.“

Dr. McCollough, Leitender Archäologe
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Steinerne Gefäße, Bild: Pen News

Ob es sich bei diesem Dorf wirklich um den Ort des Weinwunders handelt und ob dieses Wunder jemals stattgefunden hat, wird wahrscheinlich niemals ganz geklärt werden können. Gläubige Christen sind jedoch nicht auf die Bibelwissenschaft als solche angewiesen. Der Glaube ist an dieser Stelle alles was zählt.


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