Erstaunlich gut erhalten: Dieser Vogel steckt seit 100 Millionen Jahren im Bernstein

Bernstein ist seit jeher der Freund eines jeden Paläontologen. Tiere, die vor Jahrmillionen im klebrigen Harz von Bäumen stecken blieben, sind so perfekt konserviert worden. Das Harz härtete zum uns heute bekannten Bernstein aus, samt Inhalt. Der neueste Bernsteinfund ist jedoch eine absolute Besonderheit.

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Bild: Ming Bai

Was haben Menschen nicht schon alles im Bernstein gefunden? Insekten, Frösche, Dinosaurier (wenn auch unvollständig). Nun wurde in Myanmar ein Bernsteinbrocken gefunden, welcher den womöglich besterhaltenen Vogel aus der Dinosaurierzeit vor 100 Millionen Jahren enthält. Das Jungtier war erst einige Tage alt, als es in das Harz eines Nadelbaumes fiel.

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Eine Nahaufnahme aus dem Bernstein, Bild: Xing Lida

„Es ist der vollkommenste und detaillierteste Anblick, den wir jemals hatten.“

Ryan McKellar, Royal Saskatchewan Museum

Sogar die Farben des Gefieders wurden zum Teil konserviert. Jedoch ist der Vogel nicht sonderlich bunt. Es soll jedoch viele verschiedene Arten von Vögeln gegeben haben, die Vorfahren unserer heutigen Vogelarten, welche jedoch vor 66 Millionen Jahren mit den Dinosauriern ausgestorben seien.

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Eine Nahaufnahme aus dem Bernstein, Bild: Ming Bai

Der kleine Vogel aus dem Bernstein sieht den heutigen Vögeln sehr ähnlich. Andere Funde zeigten, die Vögel von damals hatten bereits ein vollständig entwickeltes Federkleid. Jedoch fehlten dem Jungtier noch viele Körperfedern, die Schwanzfedern entwickelten sich gerade heraus. Diese Vogelart, so McKellar, hätte womöglich auf dem Boden gebrütet und sei auf Bäume geklettert. Zudem gibt es einige anatomische Unterschiede zu heutigen Vögeln. So hätten die damaligen Vögel noch Zähne gehabt. Die Schnäbel der modernen Vögel entwickelten sich erst später.

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Der Fundort in Myanmar, Bild: Ming Bai

Jurassic Park Fans müssen jedoch enttäuscht werden: Trotz des guterhaltenen Fundes, kann keine verwertbare DNS mehr geborgen werden. Das Fleisch des prähistorischen Vogels ist bereits zu Kohlenstoff zerfallen.

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Nachbildung eines Enantiornithes; so hätte der Jungvogel als ausgewachsenes Tier ausgesehen, Bild: Wikimedia Commons

Warum so viele Vogelarten ausgestorben sind, ist bis heute nicht gänzlich geklärt. Man geht davon aus, dass auch die Rolle der elterlichen Fürsorge hierbei eine Rolle spielt. Die heutigen Vogelarten benötigen Pflege durch die Eltern. Es gibt nur wenige Ausnahmen. So hätten eben jene Arten, welche sich am intensivsten um ihren Nachwuchs kümmerten, ihr Überleben gesichert.


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