Die Zehn Plagen: Eine wissenschaftliche Erklärung

Die berüchtigten Zehn Plagen aus dem Alten Testament könnten tatsächlich einen wahren Kern besitzen. Es gibt ein Ereignis, das die zahlreichen aufeinanderfolgenden Katastrophen aus heutiger Sicht erklären kann.

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Das Alte Testament, Bild: Sutori

Wer kennt die Geschichte nicht? Moses geht nach Ägypten, um das Volk Israel aus der Sklaverei zu befreien. Doch der Pharao gewährt ihm seinen Wunsch nicht. Jahwe, der Gott der Juden, welcher sich mit Moses verbündet hat, schickt nun die berüchtigten Zehn Plagen über das Land, um die Ägypter zu bestrafen. So steht es zumindest im 2. Buch Mose.

Es gibt mehrere Theorien, nach denen sich die beschriebenen Katastrophen tatsächlich um das 13. Jahrhundert v. Chr. zugetragen haben könnten. Es scheint eine wissenschaftliche Erklärung für diese phänomenale Ereigniskette zu geben.

Schuld an all dem könnte der in dieser Zeit stattgefundene Vulkanausbruch auf der Insel Santorin in der Ägäis zwischen Griechenland und der Türkei gewesen sein. Heute ist von dieser Insel nichts mehr als ein Halbmond übrig. Der Vulkanausbruch wird beispielsweise auch mit dem Untergang der minoischen Kultur in Griechenland in Verbindung gebracht.

Hier ein Ansatz, die Zehn Plagen mit dem Vulkanausbruch auf Santorin schrittweise zu erklären

1. Wasser: Der Vulkan schleudert während seiner ersten Eruptionsphase roten Bimsstein in die Atmosphäre. Die Reichweite kann dabei mehrere hundert Kilometer betragen. Das Wasser des Nils färbt sich rot und verdirbt durch den Bimsstein.

Mose und Aaron taten, wie ihnen der Herr geboten hatte, und Mose hob den Stab und schlug ins Wasser, das im Nil war, vor dem Pharao und seinen Großen. Und alles Wasser im Strom wurde in Blut verwandelt.“ (2 Mos 7,20)

2. Frösche: Die Frösche verlassen das Wasser, da dieses verdorben ist und tauchen zu tausenden in den Metropolen auf.

Und der Herr sprach zu Mose: Sage Aaron: strecke deine Hand aus mit deinem Stabe über die Ströme, Kanäle und Sümpfe und lass Frösche über Ägyptenland kommen. Und Aaron reckte seine Hand aus über die Wasser in Ägypten, und es kamen Frösche herauf, sodass Ägyptenland bedeckt wurde.“ (2 Mos 8,1)

3. Stechmücken: Da die Fische das Wasser nicht verlassen können, sterben diese. Nun haben die Stechmücken keine natürlichen Feinde mehr und verbreiten sich rasant. Riesige Stechmücken-Schwärme suchen die Menschen heim.

Sie taten so, und Aaron reckte seine Hand aus mit seinem Stabe und schlug in den Staub auf der Erde. Und es kamen Mücken und setzten sich an die Menschen und an das Vieh; aller Staub der Erde ward zu Mücken in ganz Ägyptenland.“ (2 Mos 8,13)

4. Stechfliegen: Die Frösche verenden schnell in den Städten. Überall liegen verrottende Kadaver, in welche die Stechfliegen sogleich ihre Eier ablegen. Es kommt auch hier zu einer rasanten Vermehrung.

Und der Herr sprach zu Mose: Mach dich morgen früh auf und tritt vor den Pharao, wenn er hinaus ans Wasser geht, und sage zu ihm: So spricht der Herr: Lass mein Volk ziehen, dass es mir diene; wenn nicht, siehe, so will ich Stechfliegen kommen lassen über dich, deine Großen, dein Volk und dein Haus, dass die Häuser der Ägypter und das Land, auf dem sie wohnen, voller Stechfliegen werden sollen“ (2 Mos 8,16)

5. Viehpest (Beulenpest): Es wird angenommen, dass die Viehpest durch den Genuss von verdorbenem Nilwasser entstand. Viele Pferde, Kamele, Rinder und Schafe sterben.

Da sprach der Herr zu Mose: Geh hin zum Pharao und sage zu ihm: So spricht der Herr, der Gott der Hebräer: Lass mein Volk ziehen, dass sie mir dienen! Wenn du dich weigerst und sie weiter aufhältst, siehe, so wird die Hand des Herrn kommen über dein Vieh auf dem Felde, über die Pferde, Esel, Kamele, Rinder und Schafe, mit sehr schwerer Pest.“ (2 Mos 9,1)

6. Geschwüre (schwarze Blattern): Neben den Tieren, trifft der Insektenbefall auch die Menschen. Mit den Insekten kommen die Krankheiten.

„Und sie nahmen Ruß aus dem Ofen und traten vor den Pharao, und Mose warf den Ruß in den Himmel. Da brachen auf böse Blattern an den Menschen und am Vieh, sodass die Zauberer nicht vor Mose treten konnten wegen der bösen Blattern; denn es waren an den Zauberern ebenso böse Blattern wie an allen Ägyptern.“ (2 Mos 9,10)

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Martin John: Die Siebte Plage (1823), Bild: Wikimedia Commons

7. Hagel: Durch den andauernden Vulkanausbruch werden riesige Massen an Asche und Schwefel in die Atmosphäre geschleudert. Es kommt folglich zu einer drastischen Wetterveränderung. Unabhängig davon, können starke Hagelstürme in Ägypten regulär im Januar und Februar auftreten. Diese Stürme, meist Gewitterstürme, sind sehr verheerend und hinterlassen große Zerstörung.

Da sprach der Herr zu Mose: Recke deine Hand aus gen Himmel, dass es hagelt über ganz Ägyptenland, über Menschen, über Vieh und über alles Gewächs auf dem Felde in Ägyptenland.“ (2 Mos 9,22)

8. Heuschrecken: Durch die fehlenden Räuber konnten sich nun auch die Heuschrecken ungehindert vermehren. Heuschrecken sind im Orient jedoch keine Seltenheit. In Schwärmen auftretend, vernichten diese ganze Ernten.

Da sprach der Herr zu Mose: Recke deine Hand über Ägyptenland, dass Heuschrecken auf Ägyptenland kommen und alles auffressen, was im Lande wächst, alles, was der Hagel übriggelassen hat.“ (2 Mos 10,12)

9. Finsternis: Viele Faktoren können hierbei den Himmel verdunkelt haben. Vulkan-Asche, Glutwind, ein großer Sandsturm oder die Heuschreckenschwärme können dafür verantwortlich gewesen sein.

Da sprach der Herr zu Mose: Recke deine Hand gen Himmel, dass eine solche Finsternis werde in Ägyptenland, dass man sie greifen kann.“ (2 Mos 10,21)

10. Erstgeborene: Die gesamte Katastrophe setzte vor allem den Jüngsten in der Bevölkerung zu. Säuglinge waren deshalb wahrscheinlich häufiger vom Tod betroffen.

Und Mose sprach: So spricht der Herr: Um Mitternacht will ich durch Ägyptenland gehen, und alle Erstgeburt in Ägyptenland soll sterben, vom ersten Sohn des Pharao an, der auf seinem Thron sitzt, bis zum ersten Sohn der Magd, die hinter ihrer Mühle hockt, und alle Erstgeburt unter dem Vieh.“ (2 Mos 11,4)


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