Azteken-Kakao: Ein uraltes und gesundes Rezept zum Selbermachen

Das Getränk der Götter: So tranken die mesoamerikanischen Völker ihre „heiße Schokolade“. Tauche ein in die spannende Geschichte des „kakawa“ und „xocolatl“.

Azteken-Kakao: Ein uraltes und gesundes Rezept zum Selbermachen, Geschichte, Maya, Inka, Mesoamerika, Amerika, Zentralamerika, Mittelamerika, Mexiko, Gesundheit, Kulinarik, Schokolade, kakawa, xocolatl, Antike, Mittelalter, Die Vergessene Bibliothek, Anastasia Michailova

Wir haben die alten Azteken-Rezepte für euch ausprobiert. So sah unser Experiment aus. Wir haben uns geschmacklich tatsächlich inspirieren lassen. Bild: Anastasia Michailova

Das heutige Mexiko gilt als Ursprungsland des Kakao. Bereits 1.500 Jahre v. Chr. kultivierten die „Olmeken“ im Tiefland nahe der mexikanischen Golfküste eine Pflanze, die sie „kakawa“ nannten. Dieses Volk brachte die erste Hochkultur in der Region hervor. Später übernahmen die Maya die Verarbeitung der Kakaobohne und die Azteken waren diejenigen, die diesem außergewöhnlichen Getränk den Namen „xocolatl“ gaben. Übersetzt bedeutet es soviel wie „bitteres Wasser“ und galt bei diesem mesoamerikanischen Volk als „Getränk der Götter“. Von den Spaniern bekam es im 16. Jahrhundert schließlich den Namen „chocolate“, oder auf deutsch: „Schokolade“.

So wertvoll wie Gold

Kakaobohnen hatten in der frühen zentralamerikanischen Gesellschaft einen so hohen Stellenwert, dass sie sogar als Zahlungsmittel verwendet wurden und wichtiger Bestandteil von religiösen Ritualen waren. Der Preis für ein Kaninchen betrug seinerzeit angeblich zehn Kakaobohnen. Das Kakaogetränk selbst blieb jedoch nur dem Adel und den Wohlhabenden vorbehalten. Der Aztekenherrscher Montezuma soll bei Festgelagen bis zu 50 Becher dieses Göttertrunkes zu sich genommen haben.

Azteken-Kakao: Ein uraltes und gesundes Rezept zum Selbermachen, Geschichte, Maya, Inka, Mesoamerika, Amerika, Zentralamerika, Mittelamerika, Mexiko, Gesundheit, Kulinarik, Schokolade, kakawa, xocolatl, Antike, Mittelalter, Die Vergessene Bibliothek, Anastasia Michailova

Eine nachträgliche Darstellung des Aztekenherrschers Montezuma, Bild: greelance.com

Die spanischen Eroberer brachten neben Tabak, Kartoffeln, Avocados, Mais und Kürbissen auch Kakaobohnen nach Europa. Erst durch Zugabe von Zucker begann das bittere Kakaogetränk seinen Siegeszug. Manche vermuten jedoch, dass bereits die Azteken ihren Kakao mit Honig süßten. Alte spanische Schriften und archäologische Funde ergeben ein ziemlich konkretes Bild davon, wie die mesoamerikanischen Völker ihren Kakao getrunken haben.

Azteken-Kakao: Ein uraltes und gesundes Rezept zum Selbermachen, Geschichte, Maya, Inka, Mesoamerika, Amerika, Zentralamerika, Mittelamerika, Mexiko, Gesundheit, Kulinarik, Schokolade, kakawa, xocolatl, Antike, Mittelalter, Die Vergessene Bibliothek, Anastasia Michailova

Mesoamerika, Bild: yummymath.com

Kakao – das unterschätzte Superfood

In rohem Zustand kann man Kakao tatsächlich als Superfood bezeichnen. Als die Kakaobohne auch in Europa angelangt war, wurde sie sogar als Medizin in Apotheken verkauft.

Vitamine und Spurenelemente

Reiner Kakao besitzt einen hohen Anteil an Magnesium, Kalium und Vitamin E. Magnesium unterstützt Muskeln und Nerven, Kalium reguliert unter anderem das Säure-Basen-Gleichgewicht in unserem Körper und Vitamin E zählt zu den wichtigsten Antioxidantien. Das zusätzliche Vorkommen von Zink und Eisen sorgt für einen guten Stoffwechsel und ein gesundes Immunsystem.

Natürlicher Blutdrucksenker

Das sogenannte Theobromin wirkt blutdrucksenkend und verbessert den Blutkreislauf. Im Allgemeinen hat diese Substanz im Kakao eine anregende Wirkung auf das menschliche Nervensystem.

Gesunder Stimmungsaufheller

Das in Kakao enthaltene Tryptophan hilft bei der Produktion von Serotonin. Ein Serotoninmangel äußert sich gewöhnlich in Müdigkeit, Antriebslosigkeit und schlechter Laune. Kakao kann also dabei helfen die Stimmung etwas aufzuhellen und in stressigen Momenten Ausgleich zu schaffen.

Das alte Kakao-Rezept der Azteken

Die Bezeichnung xocolatl setzt sich im Detail aus „xococ“ (– sauer, würzig, herb) und „atl“ (– Wasser) zusammen. Damit ist die Basis für das ursprünglichste aller Kakao-Getränke bereits gegeben. Doch weil gemahlene Kakaobohnen und Wasser allein nicht unbedingt zufriedenstellend sind und auch nicht den modernen Vorstellungen von heißer Schokolade entsprechen, haben bereits die Azteken ein wenig mit Gewürzen und natürlichen Süßungsmitteln experimentiert. Im Gegensatz zu den Maya tranken die Azteken ihren Kakao gerne warm, so wie ihn heute viele von uns insbesondere in den kalten Jahreszeiten trinken würden.

Azteken-Kakao: Ein uraltes und gesundes Rezept zum Selbermachen, Geschichte, Maya, Inka, Mesoamerika, Amerika, Zentralamerika, Mittelamerika, Mexiko, Gesundheit, Kulinarik, Schokolade, kakawa, xocolatl, Antike, Mittelalter, Die Vergessene Bibliothek, Anastasia Michailova

In der frish geöffneten Kakaofrucht sind die Bohnen von weißem Fruchtfleisch umgeben. Erst durch Fermentation und Röstung bekommen die Kakaobohnen ihr typisches Aroma. Bild: Adobe Stock

Die beiden Hauptzutaten

300ml heißes Wasser
2 TL Kakao

Geben Sie den Kakao in das heiße Wasser und verwenden Sie am besten einen Aufschäumer, da sich unverarbeitetes Kakaopulver schlechter in Wasser löst. Dadurch wird das Getränk aber auch angenehm schaumig. Sollten Sie Ihre Trinkschokolade als zu wässrig empfinden, dosieren Sie das Kakaopulver etwas nach. Wenn Sie die Bohnen selber mahlen, achten Sie darauf die Bohnen zu einem wirklich feinen Pulver zu zermahlen oder zu zerstoßen. An dieser Stelle empfehlen sich elektrische Kaffeemühlen, die auch in der Lage sind bereits etwas vorzerkleinerte Kakaobohnen äußerst fein zu mahlen.

Geben Sie anschließend ein paar Gewürze oder etwas Süße hinzu, um den Kakao zu verfeinern. Schäumen Sie das Getränk erneut auf. Fertig!

Azteken-Kakao: Ein uraltes und gesundes Rezept zum Selbermachen, Geschichte, Maya, Inka, Mesoamerika, Amerika, Zentralamerika, Mittelamerika, Mexiko, Gesundheit, Kulinarik, Schokolade, kakawa, xocolatl, Antike, Mittelalter, Die Vergessene Bibliothek, Anastasia Michailova

Rohe Kakaobohnen, Bild: Kräuterkontor

Gesund verfeinern

Die mesoamerikanischen Völker hatten bereits einige Tipps, um ihr Kakaogetränk etwas ‚aufzupeppen‘. Je nach Wunsch lässt sich für jede Situation ein bestimmtes Kakao-Rezept verwenden, um etwa zur Ruhe zu kommen, Schmerzen zu lindern oder seinen Kreislauf in Schwung zu bringen. Die folgenden Zutaten können, je nach Vorliebe, auch den modernen Kakao-Genießern gefallen. Manche von ihnen wirken sogar als natürlich Aphrodisiakum.

Honig

Mit Honig verfeinert, kommt der Azteken-Kakao dem modernen „Kaba“ wohl am nächsten. Er enthält weniger Zucker als normaler Haushaltszucker, besitzt Antioxidantien und entzündungshemmende Enzyme. Geben Sie Honig den Enzymen zuliebe am besten erst dazu, wenn das Getränk etwas abgekühlt ist.

Vanille

Diese begehrte Schote aus der Familie der Orchideen wirkt antibakteriell und entzündungshemmend. Außerdem ist sie stimmungsaufhellend und daher eine perfekte Kombination zu Kakao und Schokolade. Weil Vanille den menschlichen Sexualduftstoffen, den sogenannten Pheromonen, sehr ähnelt, kann sie durchaus aphrodisierend sein.

Maismehl

Für etwas mehr Cremigkeit gaben die Azteken ein bisschen Maismehl in den Kakao. Das Getränk bekommt dadurch eine leicht getreidige Note. Ein bis zwei Teelöffel Maismehl für eine Tasse reichen vollkommen aus.

Eine Prise Salz

Wer es mag, kann den Azteken-Kakao mit etwas Salz zu etwas mehr Intensität im Geschmack verhelfen. Richtig dosiert und bedacht in den Ernährungsplan integriert, senkt Salz einer Studie zufolge das Risiko für einen Herzinfarkt.

Pfeffer

Die Azteken verwendeten tatsächlich Pfeffergewächse für ihren Kakao. Pfeffer regt die Produktion von Magensäften an und wirkt antibakteriell. Diese Kombination mag etwas komisch klingen, ist aber vielleicht einen Versuch wert.

Ingwer

Die Ingwerwurzel wirkt ebenfalls antibakteriell und virusstatisch, besitzt viel Vitamin C und unter anderem Magnesium, Eisen und Kalzium. Sie hilft gegen Erkältungen, Verdauungsprobleme und wird als Schmerzmittel, zur Stärkung des Immunsystems und sogar als Aphrodisiakum verwendet.

Chilli

Die Azteken liebten es ihren Kakao mit Chilli zu trinken, wie archäologische Ausgrabungen in El Salvador vermuten lassen. Diese feurige Schote ist entzündungshemmend und antibakteriell. Sie besitzt rund dreimal so viel Vitamin C wie Zitrusfrüchte und wirkt sich positiv auf das Immunsystem aus. Außerdem fördert Chilli die Fettverbrennung durch Anregung des Stoffwechsels.

Koriander

Die ätherischen Öle des Korianders bringen die Verdauung, sowie die Funktion von Darm und Leber in Schwung. Die pfefferähnlichen Körner wirken ebenfalls antibakteriell.

Azteken-Kakao: Ein uraltes und gesundes Rezept zum Selbermachen, Geschichte, Maya, Inka, Mesoamerika, Amerika, Zentralamerika, Mittelamerika, Mexiko, Gesundheit, Kulinarik, Schokolade, kakawa, xocolatl, Antike, Mittelalter, Die Vergessene Bibliothek, Anastasia Michailova

Die Hieroglyphen der verschiedenen mesoamerikanischen Völker sind bis heute nicht vollständig enziffert worden. Die alten Hochkulturen Mittelamerikas konnten viele ihrer Geheimnisse für sich behalten. Bild: Pixabay

Unser Buchtipp zum Artikel: „Kochen durch die Epochen – Von der Steinzeit bis ins Mittelalter“ hier bei Amazon anschauen: